Festmesse: Hl. Edith Stein – Schutzpatronin Europas

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Aug 09, 2022

Festmesse: Hl. Edith Stein – Schutzpatronin Europas

<span class="events-time-info">9 August<br>12:00 - 12:45

12:00 Uhr Festmesse

Description

Edith Stein, am 12. Oktober 1891 als jüngstes von elf Kindern jüdischer Eltern geboren, war Tochter eines wohlhabenden Holzhändlers in Breslau. Im Alter von 15 Jahren verabschiedete sie sich von ihrem traditionell-jüdischen Kinderglauben und bezeichnete sich dann als Atheistin.

Sie studierte ab 1911 Psychologie, Philosophie, Germanistik und Geschichte in Göttingen und Breslau. 1916 promovierte sie summa cum laude bei Edmund Husserl in Freiburg und wurde Assistentin des berühmten Philosophen; als jüdischer Frau verwehrte man ihr aber die Habilitation.

1922 konvertierte sie nach der Lektüre der Biografie der Theresia von Avila zum katholischen Glauben und wollte Nonne werden; ihr geistlicher Begleiter, der Erzabt des Klosters Beuron, empfahl ihr aber ein weiteres Wirken in der Welt. So war sie ab 1923 als Lehrerin an der Schule der Dominikanerinnen von St. Magdalena in Speyer tätig und setzte sich in Reden und Schriften für die Emanzipation der Frauen ein.

1932 wurde Edith Stein Dozentin am Lehrstuhl für wissenschaftliche Pädagogik in Münster; nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verließ sie aber 1933 das katholische Institut, um dessen Leitung und die Mitarbeiter nicht in Gefahr zu bringen.

Im Oktober 1933 trat sie in Köln ins Kloster der karmelitinnen ein und nahm den Ordensnamen Teresia Benedicta a Cruce an. Im Nachdenken über die Nachfolge Jesu entwickelte sie ein neues Bewusstsein auch über ihre jüdischen Wurzeln.

Im Jahr der großen Judenpogrome 1938 legte sie ihre Gelübde ab. Mehrfach versuchte sie ab 1933, Papst Pius XI. zu einer Stellungnahme gegen Antisemitismus und die Pogrome der Nazis zu bewegen. Schon im April 1933 hatte sie dem Papst geschrieben: „Wir alle, die treue Kinder der Kirche sind und die Verhältnisse in Deutschland mit offenen Augen betrachten, fürchten das Schlimmste für das Ansehen der Kirche, wenn das Schweigen noch länger anhält.“

Anlässlich der Volksabstimmung zum Anschluss Österreichs 1938 wurde die jüdische Abstammung von Teresia Benedicta offenbar; die Priorin ihres eigenen Klosters verriet den Nazis, dass sie jüdischer Abstammung ist. Deshalb floh sie am 1. Januar 1939 vor den Nationalsozialisten in die Niederlande. Im selben Jahr noch verfasste sie ihr Testament mit der Erklärung ihrer Hingabe an das Kreuz Jesu, das zu tragen sie für ihre Kirche und ihren Orden, für das jüdische Volk und für Deutschland sowie alle, die mir Gott gegeben mit jeglicher Todesart bereit sei.

Bei einer Polizeiaktion gegen Juden, die zum Christentum konvertiert waren, wurden Edith Stein und ihre Schwester Rosa am 2. August 1942 verhaftet – wohl ein Racheakt gegenüber der katholischen Kirche, weil deren Bischöfe eine Woche vorher in den Kirchen der Niederlande ein Protestschreiben gegen die nationalsozialistischen Besatzer hatten verlesen lassen. Ihre Schwester Rosa lebte seit dem Tod der Mutter 1936 als ständiger Gast und Tertiarin im Karmeliterkloster in Echt und arbeitete dort an der Pforte mit.

Am 7. August wurde Teresia Benedicta a Cruce nach Auschwitz verschleppt und dort am 9. August 1942 zusammen mit ihrer Schwester in der Gaskammer ermordet. „Komm, wir gehen für unser Volk“, sagte sie dabei zu Rosa. Auf die zuvor mögliche Flucht in die Schweiz hatte sie verzichtet, weil diese nur ohne ihre Schwester möglich gewesen wäre.

Teresia Benedicta a Cruce wurde beim Deutschlandbesuch von Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 1987 im Müngersdorfer Stadion in Köln seliggesprochen, am 11. Oktober 1998 erfolgte durch ihn die Heiligsprechung in Rom. Sie ist die erste geborene Jüdin in der Kirchengeschichte, die offiziell heiliggesprochen wurde. 1999 wurde Edith Stein von Papst Johannes Paul II. gemeinsam mit Catharina von Siena und Birgitta von Schweden zu einer der drei weiblichen Schutzpatroninnen Europas erklärt. Vor dem Kölner Priesterseminar – gleich hier um die Ecke – befindet sich das beeindruckende Denkmal der heiligen Edith Stein, dass der Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim im Jahre 1999 schuf, und wo Menschen bis heute immer wieder Blumen niederlegen.

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Date:
9 August
Time:
12:00 - 12:45
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